2013 Rund um das Einzugsgebiet der Friedrichsquelle in Bad Pyrmont

   geschrieben Februar 2014

Die Jahresversammlug der Quäker im November 2013 hat mich ins Städtchen Bad Pyrmont verschlagen. Bad Pyrmont heißt BAD, weil es dort viele, angeblich besonders gesunde, Quellen gibt. Und weil ich schon lange mal wieder ein Abenteuer erleben wollte, habe ich mir spät Abends mal die Karte der Umgebung angeschaut. Tatsächlich ist nördlich der Stadt ein bewaldeter Höhenzug, aus dem in alle Richtungen kleine Bäche abgehen. Diese Topographie lädt grade zu ein, eine schöne Runde drum rum zu laufen.

 

 

 

 

Ich bin also gegen 22:00 an der Friedrichs-Quelle gestartet, die gleich neben dem Quäker-Haus liegt. Hier kommt sauberes Trinkwasser aus dem Berg! Mein letzter längerer Lauf war im Sommer der LaKaBo und das ist ewig her. Außerdem ist es jetzt dunkel, kalt und stürmisch. BRRR. Kaum bin ich aus dem Ort, kommt meine alte Angst vor Wildschweinen wieder hoch. Warum um alles in der Welt suche ich immer genau das, was mir am meisten Angst macht?

Hier ist der Start



Die Straße windet sich ohne Seitenstreifen oder gar Radweg durch den Wald. Es herrscht leichter Nebel: November eben. Aber ich komme gut voran und sehe bald die ersten Lichter seit Bad Pyrmont vor mir auftauchen. Bis hier her war's leicht. Aber die Menschen hier wissen was Radfahrer und Wanderer wünschen und haben parallel zur B1, der ich jetzt folgen will, einen wunderschönen Weg angelegt. Bei Tage ist das bestimmt toll hier. Jetzt empfinde ich es als unheimlich und einsam, abgelegen. Augen im Schein der Stirnlampe. Urgh, ich wäre lieber auf der Straße als hier im Wald. Egal, weiter.

Südlich von Arzen wird eine neue Ortsumgehung in die Landschaft gebaut. Sicher werden hier bald Autos sehr schnell fahren. Heute Nacht habe ich die Straße hier noch ganz für mich alleine, sie ist noch für den Verkehr gesperrt. Die Strecke ist leider so gut ausgebaut, dass es eine tolle neue Brücke über die Straße gibt, auf die ich eigentlich abbiegen will. Statt einer Kreuzung muss ich seitlich durch den Matsch die Böschung runter klettern. Egel, weiter.

Das Quellgebiet der Friedrichsquelle ist ausgeschildert



Nach einer gefühlten Ewigkeit wieder allein auf der nächtlichen Landstraße komme ich zu „meinem“ Verpflegungspunkt. Mein Neffe Elias, mit dem ich schon zwei mal Susanne bei ihren Abenteuern unterstützt habe, ist heute hier für mich da. Er wartet mit dem Auto am höchsten Punkt der Strecke an einer Waldecke. Und er hat wirklich alles mit gebracht, was das Läuferherz begehren könnte. DANKE!

Körperlich und Seelisch gestärkt, mach ich mich an den nächsten Teil meiner Reise. Bergab bis Amelgatzen und dann, wieder abseits der Straße, dem Tal der Emmer folgen. Der Wanderweg nach Bad Pyrmont ist hier gut ausgeschlildert und die angegebenen Kilometer werden auch immer weniger. Inzwischen habe ich auch meine nächtliche Angst einigermaßen im Griff. Grade gege ich an einem Weidezaun entlang, da höre ich ein schreckliches schweres röchelndes Atmen knapp von oben kurz hinter mir. Mich trifft fast der Schlag vor Schreck und ich fahre in Panik herum um die Gefahr mit der Stirnlampe zu erfassen. Zu meinem Entsetzen starren zwei riesige, bleiche Augen auf mich herab, keine zwei Meter entfernt! Ich kann den Schrei nicht unterdrücken, schaffe es aber, mir nicht in die Hose zu machen. Das mich mal ein Pferd so erschrecken kann!

Glockenwach erreiche ich bald darauf den Stadtrand von Bad Pyrmont und suche mir den Weg durch sie Häuser. Und tatsächlich, das ist schon der kleine Park mit dem Stein-Pavillon und der Quelle! Ich mache noch ein Abschiedsfoto und trabe zu unserer kleinen Pension. Eine tolle Nacht!

Zurück am Ziel ein klarer Schluck