E-Viva-City - Test 2000km

   geschrieben August 2012


Seit Anfang Juli bin ich also stolzer Besitzer eines Peugeot e-Viva-City: wahrscheinlich einer der aller Ersten. Und seit dem habe ich damit über 2000km zurück gelegt und das obwohl ich ihn während meiner zwei Wochen Sommerurlaub nur vermisst und nicht gefahren habe. Zum Abholen des Rollers bin ich natürlich standesgemäß in einer Limousine gefahren worden. Die Limousine war echte 2,60m breit, 28m lang und hatte einem gut 600PS starken Elektromotor! Und die Fahrt war für mich dank Job-Ticket auch noch Gratis.

Punkt eins ist für mich der Anschaffungs-Preis. Der Roller ist mit fast 4000€ Listenpreis dramatisch viel teurer, als ein gleich schneller 50er Baumarkt-Roller. Ok, ich habe dank Barzahlung den Preis etwas drücken können und die ersten beiden Inspektionen hat mir Motorrad Lust auch geschenkt, aber trotzdem ist der Roller teuer. Diese Anschaffung habe ich aus Überzeugung gemacht, nicht als Sparmaßnahme. Das sollte jeder, der sich einen e-Viva-City kauft, beherzigen.

 

Punkt zwei sind aber gleich wieder die Kosten, diesmal die Betriebs-Kosten. Ich zahle für den Strom (von Lichtblicke) meines E-VivaCity: genau 0,71ct pro Km, denn die Batterie läd 1.9kwh, das kostet mich 46ct und damit komme ich 66km weit. Wie gesagt, ich habe den Roller aus Umwelt-Verantwortung gekauft, aber ich freue mich jedes mal, wenn ich an einer Tankstelle vorbei fahre und an diese 0,71ct/km denke.

Etwas, was mich viele Leute fragen, ist die Reichweite des Rollers. Wie weit kann ich damit fahren? Auch ich habe am Anfang immer mit einem Auge auf die Rest-Kilometer-Anzeige des Display geschaut, und ständig mit gerechnet, ob es noch reicht. Aber das habe ich mir schnell abgewöhnt, denn ich wohne in der Vorstadt und fahre zur Arbeit je nach Weg nur 10-15km. Und selbst wenn ich damit noch ein paar zusätzliche Besuche und Besorgungen mache, bin ich noch nie auf mehr als 60km am Tag gekommen. Früher habe diese Alltags-Fahrten immer mit dem Motorrad gemacht. Es hatte eine Reichweite von über 300km und ich bin in den letzten drei Jahren nie weiter als 30km damit gefahren. Für ein Alltags-Fahrzeug ist die Reichweite also kein Thema.

 

Sooo, dann komme ich jetzt mal zu den Sachen, die an einem Alltags-Fahrzeug wichtig sind: Geschwindigkeit, Komfort, Staumöglichkeiten, Bedienbarkeit, etc. Das wird ein kurzer Absatz, denn alles ist genau so, wie es sein sollte. Fertig. So, genau so, muss ein Alltags-Roller sein. Er bringt mich immer zuverlässig überall hin, auch bei sehr schwerem Gewitter und Wolkenbruch. Er macht genau was er soll und nichts anderes. Fertig.

Besser als gefühlt ist die Beschleunigung. Der Elektro-Motor erlaubt es, dass ich mich an jeder Ampel furchtlos neben die Autos in der erste Reihe stellen kann. Sobald es gelb wird, zieht der Roller sanft aber nachdrücklich an und ich gewinne immer die ersten zwei, drei Auto-längen. Dabei fühlt es sich ganz unspektakulär an. Einfach klasse.


Was habe ich vergessen? Ach ja: Louis Palmer sagt, es gibt kein Elektro-Auto zu kaufen. Das ist inzwischen nicht mehr richtig. Ich habe heute ein tolles Familien-Auto, 7-Sitzer mit allem Zip und Zap probe gefahren. Natürlich 100% elektrisch und geräuschlos. Wer so was baut? Ja, da musste ich lange suchen. KEINER der etablierten Hersteller, die versuchen sich an Kleinst-Wagen oder höchsten Limosinen. Wer eine größere Familie hat und elektrisch unterwegs sein will, kann höchstens ein Golf-Cart ordern, oder? Falsch: es gibt ewolf-car in Köln. Ein kleiner Hersteller, der nur auf Anfrage produziert, aber das richtig gut. Wer's nicht glaubt, kann sich jederzeit selber überzeugen!

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