2007 Eulenkopf-Weg als Jahres-Abschluss

   geschrieben Januar 2007

Jetzt habe ich schon so einiges erlebt, aber es gibt immer noch Sachen, die ich noch nicht gemacht habe. Dazu gehört zum Beispiel ein Silvester-Lauf. Also war es am 31. Dezember 2006 höchste Zeit einen Solchen mal zu probieren. Der Eulenkopflauf. bei Wuppertal war die ideale Gelegenheit: nicht zu teuer, ganz in der Nähe, gut 900Höhen-Meter und wenig Asphalt: genau die Zutaten, die ein perfekter Lauf für mich haben muss. Als weiteres Novum war dieser Lauf ausdrücklich nicht als Marathon ausgeschrieben, sondern als Freundschafts-Lauf über 42km. Freundschafts-Lauf bedeutet, dass die Strecke nicht ausgeschildert ist, sondern in der Gruppe zusammen gelaufen wird. Dafür standen zwei Gruppen zur Auswahl: die Schnellen mit 6:00Minuten / Kilometer und die Langsamen mit angepeilten 6:30 Minuten / Kilometer.

Die Anfahrtsbeschreibung war nicht zu verfehlen: ich war schon um kurz nach 9:00Uhr am Start und habe mich umgezogen. Das Wetter war trübe aber trocken und mit ca. 6-8°C relativ warm. Ich habe, aus reiner Vorsicht, meine Regensachen einem der Helfer mit gegeben, so dass ich sie bei Km 21 oder 33 hätte anziehen können. Aber so viel sei verraten: ich habe sie nicht gebraucht :-)

Der Start erfolgte pünktlich und unspektakulär, für mich in der langsameren Gruppe. Dazu muss ich gestehen, dass in der Ausschreibung als Qualifikation ausdrücklich eine Marathon-Zeit von unter 4:05h gefordert ist, und ich mit meinen 4:22 vom beim Königsforst-Marathon im April doch eine Kleinigkeit darunter liege. In diesem Zusammenhang auf den Köln-Marathon zu verweisen (4:25) wäre geradezu kleinlich ;-)


Die Strecke lief durch die Gegend um Wuppertal: wer als Gast aus dem Ausland gekommen wäre, könnte glauben, das Gebiet sei totales Agrarland. Weite grüne Wiesen mit einem leichten Wind wechselten sich mit kahlen Wäldern ab. Die in der Beschreibung versprochenen 900Hm kamen mir anfangs etwas flacher vor und das Laufen in der Gruppe hat sehr viel Spaß gemacht. Vor allem auch, weil ich dass Glück hatte, Markus Flick und Eric Schrouven wieder zu treffen. Die beiden hatten sich nämlich auf für die Gruppe der 6:30er entschieden und sind dadurch ausnahmsweise mal mit mir zusammen gelaufen. Bei den letzten Gelegenheiten (wie Troisdorf oder OSO) sind sie nämlich beide weit vor mir gelandet.



Auch dieses mal wären sie wieder viel schneller gewesen als ich gewesen, wenn sie gewollt hätten. Für mich war das Tempo nämlich tatsächlich arg hoch. Vor allem auf den letzten 10 km war ich glaube ich ziemlich schweigsam: außer einem gekeuchten "Ja" oder "Nein" war mir nämlich keine Antwort mehr zu entlocken. Das ich mich an dieser Verpflegungsstelle neben die Krücken eines der Helfer gesetzt habe, war aber nur Zufall ;-)



Ganz zum Schluss führt die Strecke über einen ewig langen Feldweg immer geradeaus: ich habe auf dem Stück bestimmt 5x gefragt, wie weit es noch ist, und mich über jeden gewonnenen Meter gefreut. Die Kraft hat glücklicherweise genau bis ins Ziel gereicht: noch 1km mehr, und ich hätte die Gruppe ziehen lassen müssen!

Normalerweise mache in diesem Belastungs-Niveau nur kürzere Läufe bis maximal Halbmarathon: dass ich einen ganzen Marathon so Laufen kann, hat mich echt überrascht. Mit dem Training wird das Laufen anscheinend kein Bisschen leichter: ich kann nur die Anstrengung länger aushalten ;-)

Fazit: ein klasse Lauf mit wirklich liebevoll ausgesuchter Streckenführung. Der Weg steht dem OSO in Nichts nach und mach riesig Spaß! Wer mitlaufen möchte, sollte allerdings wirklich die geforderte Qualifikationszeit bringen können, dann macht der Lauf bestimmt noch mehr Zeit.