2001 Köln-Marathon

  

  

   geschrieben Herbst 2001

Ist das schön, tut das gut!

Marathon laufen kann ja so easy sein!

Ok, es war hart, ich habe fast fünfeinhalb Stunden gebraucht und war danach echt kaputt, aber vom psychischen her war dieser Lauf viel einfacher als mein erster Marathon 1998.

Aber immer der Reihe nach, ein Km nach dem anderen.

Ich habe vor Aufregung schlecht geschlafen und bin mehrfach aufgewacht, aus Angst den Wecker zu verpassen. Normalerweise schlafe ich so lange wie mein Sohn mich lässt, aber an diesem Sonntag war ich schon vor ihm auf. Für mich war wichtig, alles so wie immer zu machen. Sonntags laufen, daß ist ja was ganz normales. Also habe ich mir über den Marathon so wenig Gedanken wie möglich gemacht und versucht, es wie einen üblichen Trainingslauf zu sehen. Ich habe wie immer ein Käsebrötchen gegessen und Kaffee getrunken (bitte nicht als Empfehlung zu verstehen!). Udo hat mich zum Start gefahren und von dort haben mich Heike und Karsten und Oliver ge-coached.

In der Startbox habe ich ihnen meine Jacke gegeben und ein paar gute Worte mit genommen. Ich kannte das Prozedere und war auf die Situation vorbereitet. Das meine ich mit "easy".

Meine Bewunderung gilt denen, die einfach von irgendwo kommen, vieleicht sogar aus einer anderen Zeit- oder Klima-Zone, die eine andere Sprache sprechen und sich nicht auskennen, und die sich trotzdem zurecht finden und (sehr gut) laufen. Das übe ich noch!

Lustiger Einschub: Der Sprecher am Start kündigte über Lautsprecher an, " ...daß die Getränkeausgabe in 10 Minuten geschlossen wird." Darauf hin habe ich, wie andere auch, die genannte Getränkeausgabe im Startbereich gesucht, leider aber nicht gefunden. Der Sprecher gab dann etwas später (5 Minuten) zu, einer Fehlinformation aufgesessen zu sein. Es gab gar keine Getränkeausgabe am Start (könne man aber mal andenken).
                  

  

Der Lauf selber war eigentlich ganz einfach. Ich wollte einfach nur in passablem Zustand ankommen, so etwa "Gebraucht, gut erhalten" und das habe ich gemacht. Ganz locker gejoggt und zwischendurch zwei mal drei KM gegangen. Die Gehpausen habe ich zum Essen und erholen genutzt.

Die Kölner waren wieder ein SUPER Publikum, laut Zeitungsbericht waren mehr als 500.000 Fans an der Strecke. Da ich den Weg und die Anforderung ja schon kannte, konnte ich mir in Ruhe Zeit lassen, und den Dom und die Stadt bei aller bestem Wetter anschauen.

Marathon kann so easy sein, wenn man sich auf das Laufen konzentrieren kann und sich nicht mit Gedanken über Strecke und "habe ich genug trainiert?" und Kleidung und "wie geht denn das mit dem Trinken?" etc. beschäftigen muss.

Im Ziel waren dann Heike und Karsten und Oliver mit meinen Sachen, ich musste also nicht auf meinen Kleiderbeutel warten. Alles voll easy.

Durch meine Erfahrung als Helfer beim Berlin-Marathon habe ich gelernt, wie sehr sich die Helfer über einen Dank freuen. Meine Bitte an alle Läufer: bedankt Euch, für die Getränke, ohne die Ihr nie ankommen würdet. Bedankt Euch für die Bananen, die Euch zu Finischern machen. Ein "Danke" alle fünf KM kann doch nicht zuviel verlangt sein! Deshalb hier noch mal ein großes Dankeschön an all die Helfer, die den Köln-Marathon dieses Jahr ermöglicht haben!

Mein großes Ziel bleibt, irgendwann etwas ganz besonderes zu laufen, Ultra oder Jungfrau oder so.

Danke auch an alle Fans an der Strecke, an, Heike, Udo, Karsten und Oliver und alle anderen die direkt oder indirekt mitgeholfen haben!