2004 Der Eifel-Marathon

  

  

   geschrieben Mai 2004

Es war eine spontane Entscheidung.
Jedenfalls für einen Marathon. Normalerweise plant man seine Marathonläufe wenigstens vor Beginn der Saison und manchmal noch länger im Voraus. Unter dem Gesichtspunkt war meine Entscheidung für den Eifelmarathon sehr spontan: nur 10 Tage vorher.
Er liegt gleich um die Ecke, tolle Landschaft und nach einem kurzen Blick auf die Streckenbeschreibung auch relativ leicht: immer am Fluss Prüm entlang, einmal hin und wieder zurück.

Eigentlich wollte ich mit meiner Familie das Wochenende gleich vor Ort Zelten, als dann aber tagsüber Regen und Nachts evtl. sogar Bodenfrost angekündigt war, haben wir beschlossen, erst am Sonntag morgen zu fahren.

Meine Familie, Markus mit Freundin und ich sind also Sonntag morgen um kurz nach vier losgefahren. Gähn!

Gefunden war's schnell, zu schnell, denn es war kurz vor sechs und sogar die Startnummernausgabe sollte nicht vor sieben losgehen. Also waren wir noch im Hotel Dorinth, dessen Anlage auch als Start und Ziel dient, und habe Kaffee getrunken, während mein Sohn sich in der Spielecke amüsiert hat.

Das Wetter war bescheiden: leichter Nieselregen und so um die zehn Grad, brrr.

Als wir dann die Startunterlagen hatten, bekam ich Gelegenheit, auch mal einen Blick auf das Streckenprofil zu werfen, das ich mir vorher nicht angeschaut hatte: viele Steigungen, über 600 Meter. Oh-oh. Ich bin ja sonst allem Gel-Zeugs ehr abgeneigt, aber vor Schreck habe ich mir gleich vier Päckchen geholt.

Die erste Runde ging, immer noch im Nieselregen, einmal um den See und dann gleich noch mal durch den Start/Zielbogen: auch mal was Neues;-).
Danach ging es gemütlich immer an der Prüm entlang: aber nicht immer im Tal!!


 



 


                  

  

Die Strecke führte, in stetigem Auf-Und-Ab, über teilweise knackige Steigungen, durch Felder, Wälder und Wiesen. Immer und an jeder Stelle landschaftlich wunderschön, teilweise über Asphalt, oft über breite Forstwege und manchmal auch nur über kleinste Pfade.
Wir kamen durch einige Ortschaften und einmal, gleich zu Anfang, sogar quer über den Hof einer richtigen Burg.

Dabei ist mir, als Flachländer, am Anfang vor allem der häufige Wechsel zwischen Hoch-Laufen, bzw. Gehen und Bergab-Laufen schwer gefallen: das habe ich so noch nicht gemacht.

Das Wetter wurde immer besser, verdiente sogar das Prädikat „Sonnig“, aber dabei ein, doch recht frischer, Wind, und ich war froh , daß ich mich Klamottenmäßig für „Lang“ entschieden hatte.

Ich hatte extra keine Uhr mitgenommen, um mich nicht unter Druck zu setzen, hatte aber am Anfang Eifel-Marathon erfahrene Läufer um mich herum (z. B. Helene) gefragt, wie lange ich wohl brauchen würde. Referenz-Zeit dabei war meine 4:51 vor vier Wochen in Düsseldorf. Ihrer Schätzung nach habe ich also mit 5:15 gerechnet.

Da man zum Schluss noch einmal eine halbe Runde um den See muss, konnte ich den Ziel-Sprecher schon kurz nach Km 39 hören, und war sehr erstaunt, als er gerade einem anderen Läufer zum Zieleinlauf in 4:41 gratulierte. Ich ging in dem Moment einen Berg rauf, trank etwas und hatte da die Idee, ich könnte es noch unter fünf Stunden schaffen.

Ich horchte tief in mich hinein und versuchte dann vorsichtig mein Tempo zu steigern. Es ging wieder Erwarten sogar richtig gut, also auf's Gas gedrückt. Bergab. Grade. Km 42. Endspurt. Ziel: YES: 4:56! Wow.

Kaum hatte ich mich etwas erholt und das erste von den Gel-Dingern ausgesaugt (lecker), kam auch schon Markus, der nach seiner Premiere vor vier Wochen damit seine Leistung mit 5:15 eindrucksvoll bestätigt hat.



 

Auf der Heimfahrt war ich dann nur noch müde, soo müde. (Schon-wieder-Gähn)

Heute merke ich die Steigungen noch ganz gut in den Oberschenkeln, aber ich bin super zufrieden mit meiner Leistung.