2013 Scheiss Abszesse beim Laufen

geschrieben April 2013


Meinen ersten Abszess hatte ich etwa 2011 am Hals. Am Anfang habe ich's für einen entzündeten Pickel gehalten, aber dann wurde er immer dicker, bis ich damit zum Hausarzt gegangen bin. Der hat ihn aufgeschnitten und gut war's.

Ein halbes Jahr später hatte ich plötzlich einen Abszess unter der Achsel: ich dachte, der würde weh tun, aber da wusste ich noch nicht, wie weh Abszesse tun können. Dann hatte ich plötzlich eine Blinddarm-Entzündung und musste operiert werden. Und auf einer der drei, nur jeweils 1cm großen, Narben, bekam ich eine Woche nach der OP den ersten richtig großen Abszess. Ich bin sofort in's Krankenhaus, wo mir gesagt wurde, dass solche Dinger nach Bauch-OPs vorkommen können. Der Abszess wurde lokal betäubt (Eine Spritze, fünf oder sechs kleine Piekser rund um die Entzündung) und dann aufgeschnitten und ausgeschält. ARGGH: das wird kein Hobby von mir, dachte ich.

Falsch gedacht: von da an ging es Schlag auf Schlag: immer neue Abszesse im Bereich zwischen Knie und Bauchnabel. Der schlimmste zog sich mit fünf Öffnungen über den halben Oberschenkel bis zum Knie. Die Schmerzen waren furchtbar.

Ich hab alle möglichen Tipps und Salben probiert und der Sache Herr zu werden, aber so richtig hat nichts geholfen. Ilon hat die Dinger schneller reifen lassen, aber gesund ist anders. Das besonders frustrierende war, dass ich mich echt vorbildlich ernähre und ziemlich gesund verhalte. Wenig Kaffee, kaum Alkohol, keine Drogen oder Zigaretten. Dafür viel Obst und Gemüse, die Mahlzeiten sind überwiegend vegetarisch teilweise sogar vegan. Und trotzdem habe ich diese Scheiße immer wieder bekommen. Sogar meine Schuppenflechte, die mich sonst schon mal genervt hat, ist inzwischen fast verschwunden, nur die Abszesse bleiben.

Bald ist mir aufgefallen, dass es eine Verbindung zum Laufen geben muss. Kaum waren die Abszesse so weit abgeheilt, dass ich wieder laufen konnte, bin ich sofort wieder in's Training eingestiegen. Natürlich mache ich derzeit keine Läufe wie bis 2009, dafür habe ich im Augenblick einfach keine Zeit. Statt dessen habe ich mich auf kurze schnelle Rennen verlegt, die auch Spaß machen. Mein Training ist also zwei mal pro Woche Quälen auf der 400m-Bahn und ein paar kurze Regenerations-Läufe wie grade Zeit ist.
Und jedes mal wenn ich wieder eingestiegen bin, habe ich drei Wochen später die nächsten Abszesse bekommen: es war buchstäblich zum aus der Haut fahren.

Als ich mir das zweite mal einen aufschneiden lassen musste, bin ich mal wieder im Krankenhaus gewesen. Diesmal wollten die allerdings die ganz große Nummer machen: Vollnarkose mit allem Zip und Zap! Ich habe mich geweigert und auf lokaler Betäubung bestanden, was den Anästhesisten und, viel schlimmer, wohl auch den Chirurg verärgert hat. In seinem Zorn wollte der mich genau spüren lassen, wie viel schmerzfreier die Vollnarkose gewesen wäre. Als erstes hat er die ganze Betäubungs-Spritze auf einmal mitten in den Eiter-Herd gespritzt. An der Stelle ist der Körper so wieso schon extrem empfindlich, wegen dem großen Flüssigkeits-Druck im Gewebe. Als der Doc die Spritze abgedrückt hat, ist der Eiter an drei, bis dahin unversehrten, Stellen durch die Haut gespritzt und ich war vor Schmerz in drei Sekunden nass geschwitzt. Da das ganze Schmerzmittel in dem Eiter natürlich völlig wirkungslos geblieben ist, war das anschließende Aufschneiden und Ausschaben etwas unangenehm.

Im Februar war ich dann an der Uniklinik in der Immunologie. Ich habe mir literweise Blut abzapfen und Gewebeproben nehmen lassen in der Hoffnung, dass ich endlich die Ursache finde. Ich hatte große Angst, dass ich z.B.. Hiv haben könnte, die heimtückische Immunschwäche könnte für die permanenten Entzündungen verantwortlich sein. Immer wenn ich Nachts vor Schmerzen nicht schlafen konnte, haben mich diese Gedanken geplagt: wenn ich nun Aids habe? Habe ich meine Kinder oder meine Partnerin angesteckt? Und wo habe ich mich angesteckt? Wie lange trage ich das Virus schon in mir und wen habe ich in der Zeit infiziert? Furchtbar!

Aber die Resultate von der Uniklinik waren eindeutig: ich bin extrem gesund. Wenn ich nur nicht dauernd krank wäre. GRRR Allerdings hat mir der Professor eine anderes Antibiotikum aufgeschrieben, was die zu dem Zeitpunkt bestehenden Abszesse immerhin deutlich schneller abheilen lassen hat. Bis dahin hat es vom ersten Pickel bis zum schmerzhaften Abszess immer etwa vier Tage gedauert, bis zum öffnen dann noch mal vier oder fünf Tage und dann ca. 10 Tage bis die Entzündung halbwegs wieder geschlossen war. Dank des Antibiotikums ging das Abheilen in der halben Zeit.

Ok, ich fing also wieder lustig mit dem Training an und ZACK: drei kleine Pickel entzünden sich; zwei am rechten Oberschenkel und einer am linken Knie. Aber diesmal habe ich sofort das Antibiotikum genommen und außerdem alle drei Pickelchen drei mal täglich mit Fucidine eingerieben: und oha: sie haben sich schnell und schmerzfrei zurück gebildet ohne wirkliche Abszesse zu werden.

Nach einem harten 27er (meine erste Etappe auf dem Kölnpfad), habe ich den nächsten entzündeten Pickel bekommen: diesmal am Hosenbund. Und obwohl ich sofort Fucidine drauf geschmiert habe, ist es ein, wenn auch kleiner, Abszess geworden. SCHEISSE!

Aber ich bleibe am Ball! Sobald ich was gefunden habe, was wirklich hilft, schreib ich's hier! Versprochen! Schließlich will ich diesen Sommer auf den 5km eine 19:xx sehen!

UPDATE: seit zwei Monaten bin ich jetzt ohne Abszess! Deshalb hier mal eine Liste, was wirklich gegen Abszesse beim Laufen hilft:
Hygiene: damit keine Bakterien in die Haut kommen, Dusche ich jetzt auch VOR dem Laufen. Außerdem wasche ich mir bei jeder Gelegenheit wirklich gründlich die Hände. 
Kratzen: niemals beim Laufen kratzen. Denn dadurch können Staphylokokken in die Haut gelangen. Also: einfach nicht kratzen, reiben, etc.
Creme: ich verwende vor längeren Läufen St. Bernhards Fire-Protect creme, die ich natürlich im Greif-Shop bestelle. Damit reibe ich den ganzen Bereich zwischen Hosenbund und Knien ein und vergesse auch die Achseln nicht. 
Und wenn ich doch mal eine kleine rote Stelle entdecke, behandele ich sie sofort zwei Tage lang drei mal täglich mit Fucidine. 

Ich hoffe, das Dir diese Liste hilft, wie mir!