2012 Leverkusener Winterlaufserie Teil I

   geschrieben November 2012

Gibt es schlechte Vorzeichen für einen Lauf? Mmmh, mal überlegen. Ich wollte heute den ersten Lauf der Leverkusener Winterlaufserie mit machen, Start um 10:45. Ich habe also ca. 1km vom Start übernachtet und prima geschlafen. Meine Ziele waren ehrgeizig gewesen, meine Persönliche Bestzeit von 21:44 vom Vorjahr schlagen, auf jeden Fall höchstens 20:xx laufen und unter die ersten zehn kommen. Auch in meiner Altersklasse wollte ich heuer was reißen.

 

Am Start mit NewBalance Minimus Road

Aber als ich aufgewacht bin, ist mir als erstes eingefallen, dass ich meine Schuhe zu hause vergessen habe. Jetzt wohne ich nur 20km vom Start entfernt, so dass das Problem lösbar war..BBBRRR ich alter Turnbeutelvergesser! Beim Anmelden merke ich dann, dass ich auch ohne meinen Championchip unterwegs war: also leihen. BRRR teuer! Auf dem Weg zum Start bin ich dann blöder weise über eine patschnasse Wiese gelatscht, wodurch meine Socken in den extra leichten NewBalance Minimus natürlich ebenfalls total nass waren. Und als ich dann zur Motivation meinen MP3-Player aufsetzte, ist die Batterie schwach. Was bin ich doch heute für ein Schussel! Und wenn ich schon nicht denken kann, kann ich noch schlechter Laufen, denn ich schleppe eine Erkältung mit mir rum, habe einen hässlichen Abszess und fühle mich einfach schlapp. Wie soll das heute werden?

Ok, ich stelle mich mal ganz mutig in die 4. Startreihe. PENG los geht’s. Ich kannte die Strecke ja schon vom letzten Jahr und wusste was kommt, also bin ich von Anfang an engagiert gelaufen. Trotzdem muss ich noch vor dem ersten KM eine Dame vom vom Tussem Essen vorbei lassen. Allerdings hat sie dafür einige 100m kämpfen müssen und so beschließe ich, an ihr dran zu bleiben. Das lag selbstverständlich ausschließlich an ihrem eleganten Laufstil und nichts sonst!

Wir rennen an der Dhünn entlang und hoch zum Neulandpark. Ich hasse diese schnellen Starts, eigentlich braucht mein Körper immer mindestens fünf Km um überhaupt in den Lauf-Modus zu kommen und ich bin schon bei Km zwei ziemlich aus der Puste. Die Erkältung macht sich bemerkbar. Am hinteren Ende des Parks ist die höchste Stelle des Kurses erreicht und ich keuche wie verrückt. Dafür bin ich jetzt auf Betriebstemperatur und kann „ES“ so langsam laufen lassen. Ähm: nein, nicht langsam laufen lassen, sondern ziemlich flott. Es geht wieder runter ich möchte jetzt endlich richtig rennen.

Zwischen km zwei und drei überholen mich noch mal drei Läufer (die einzigen seit der Dame von Tussem Essen, die immer noch in Sichtweite ist) und ich frage mich, ob ich da dran bleiben kann. Die sind echt schnell! Auf der anderen Seite ist km drei bei einem 5000m-Lauf ja wie Km 40 beim Marathon: also auf zum Endspurt! Ich werde warm, ich spüre die große Freude in mir und es geht vorwärts. Kurz nach Km vier bin ich an der Dreier-Gruppe und der Rot-Weißen Läuferin dran. Es geht hier noch um eine scharfe Wendung und ich beschließe bis nach der Kehre dahinter Atem zu schöpfen.

Dann geht es durch das Tor ins Sportstadion und ich lasse es laufen. Einer der Männer zieht im Sprint weg, da habe ich keine Chance, aber die Läuferin und die beiden andern renne ich in Grund und Boden. Noch eine Kurve über die Aschenbahn und Ziel! UFF.

 

Keine Heldentat aber ok

Resultat: Zeit 21:16 das ist neue persönliche Bestzeit, 28Sek. Schneller als letztes Jahr. Nicht so toll wie ich's mir gewünscht hätte, aber ein realistisches Resultat. Mit Platz 13 bei den Männern bin ich nicht so wirklich zufrieden, warum sind die hier beim TSV alle so ehrgeizig? Können die mich nicht einfach gewinnen lassen? Naja, aber Platz drei in meiner Altersklasse ist schon ok, die anderen alten Säcke waren alle bei den 10km.

Ein schönes Video vom Sponsor Smidt über diesen Lauf: (Ach ja: bei 3:12 ist mein heldenhafter Zieleinlauf zu sehen):