2010 Fishermans Friend Strongmanrun

   Geschrieben Januar 2012


Seit anderthalb Jahren bin ich fast nicht mehr gelaufen, meine persönliche Situation hat es einfach nicht zu gelassen. Aber dieses Wochenende habe ich frei! Und weil ich das schon seit langem weiß, habe ich auch wieder ein Ticket für den Fisherman's Friend Strongmanrun in Weeze. Yipieeh! Das wird mein dritter start sein! Und weil's halt nur 18km sind, brauch' ich kein Training, das wird schon so gehen.

 

Die Anfahrt ist wie immer unproblematisch. Ersten kennen wir den Weg aus den Vorjahren und zweitens ist dieser Lauf so was von gut beschildert. Größer kann man die Anzeiger kaum machen.





Markus und ich holen kurz unsere Startunterlagen ab und schlendern dann noch ein bisschen über das weiträumige ehemalige Militär-Gelände. Wir erkunden die Strecke, die Hindernisse und auch das, was abseits der Strecke so zu entdecken ist. Also nicht das wir was Verbotenes machen würden, aber so alte Bunker und Türme sind schon faszinierend... Und 'n Kaffee gönnen wir uns auch noch, is' ja noch früh.





Dann ist der Start für mich, Markus ist dieses mal nur als Zuschauer dabei. Es herrscht das übliche Gedränge am Anfang, aber ich bin relativ weit vorne, so habe ich schnell Platz zum Laufen. Berg rauf Berg runter über diverse Hindernisse und über die vielen Munitions-Bunker: herrlich! Beim Strongmanrun gibt’s auch dieses Jahr eine Schwimmstrecke, allerdings ist das Wasser wegen des warmen Frühlings angenehmer als letztes Jahr (da hatte es nur gut 5°C). Ich schwimme zügig, so dass ich nicht auskühle und lauf danach flott weiter.





So ist die erste Runde leicht geschafft und ich renne fröhlich das zweite mal auf den neun-km langen Kurs. Aber schon beim ersten Hindernis erwischt es mich. Hier, in der so genannten „Danger Zone“ stehen besonders hohe Munitions-Bunker, ich schätze so mindestens sechs bis acht Meter Höhe. Es geht steil und gras-bewachsen rauf, oben drüber und wieder runter, um dann unmittelbar wieder genauso steil rauf zu gehen. Und meine Beine sind dieses Jahr zu müde, zu wenig Trainiert.





Beim Bergab-Laufen stolpere ich und mir fehlt die Kraft in den Beinen, den Sturz auf zu fangen, so dass ich wie ein Meteor gegen den zweiten Bunker falle. Klatsch! Mit der Fresse in den Schlamm. Ich versuche noch, mich mit den Armen ab zu stützen, aber das hat nicht viel geholfen, denn danach kann ich den rechten Arm nicht mehr gebrauchen. Er tut ziemlich weh.



So mit einem Arm ist das Klettern an den Netzen schwer, das kriechen unter dem Draht noch schwerer und das Schwimmen fast unmöglich. Ich brauche ewig, bis ich wieder aus dem Wasser komme und bin erbärmlich durch gefroren. Kurz bevor ich am anderen Ufer an gekommen bin, habe ich schon fast gedacht, ich würde ersaufen, aber grade als einer der vielen Rettungstaucher im Wasser in meine Richtung los schwimmt, bekomme ich Boden unter die Füße. Mit großer Mühe komme ich ziemlich weit hinten an, ich habe nur kapp unter die drei Stunden geschafft. Brr.





Markus rät mir, wegen dem Arm zum Sani zu gehen. Während des Laufens hat der Arm weh getan, nicht so wirklich schlimm. Jetzt, im Ziel, ist es wesentlich schmerzhafter. Trotzdem kann ich es nicht glauben, als der Arzt mir sagt, der Arm wäre wahrscheinlich gebrochen! Zu hause im Krankenhaus kommt dann die Bestätigung: zwei Knochen im Handgelenk und einer kurz unterhalb vom Ellenbogen sind tatsächlich gebrochen. Allerdings stehen sie sauber zu einander, so dass mir der Doc ohne weitere Op einen Gips von den Fingerspitzen bis unter die Achsel verpasst! Und ich bin noch nicht mal geduscht, wie soll ich denn dass jetzt machen?



Naja: der Gips war 15 Tage dran, bevor ich den ersten geplanten Wechsel genutzt habe, ihn ganz weg zu lassen. Obwohl es nur gut zwei Wochen waren konnte ich meinen Arm weder richtig strecken, noch richtig Beugen: die Bewegung war total eingerostet. Ich habe als den Arm einfach ohne Gips gelassen (gegen ärztlichen Rat) und er ist auch so wieder ganz geworden