2005 Einmal rund um Köln laufen

   geschrieben September 2005

Letztes Jahr bin ich als langes Training einmal rund um Köln gelaufen und habe es sehr genossen. Was lag also näher, als es dieses Jahr genauso zu machen? Merke: Wer in Deutschland etwas zum ersten mal macht, ist ein Revolutionär. Wenn man dasselbe zu zweit wiederholt, wird es zur Tradition. Wiederholt man es zu dritt, gründet man einen Verein. Ich begründe also meine Tradition mit der zweiten Stadt-Umrundung, diesmal aber im Herbst, statt im Sommer. Es war reiner Zufall, daß ausgerechnet an diesem Sonntag auch der Köln-Marathon stattfand.

Das Wetter war mit ca. 18-22°C recht angenehm, nach den wärmeren Tagen vorher fühlte es sich aber kühler an als es war. Auch die vielen Blätter auf den Wegen und die hartnäckigen Morgennebel, die sich den ganzen Tag über nicht auflösen wollen, sprachen vom nahenden Herbst. Ja, es war deutlich zu spüren, das Jahr neigt sich dem Ende zu.
 


Ich wollte aus den Erfahrungen der Erstauflage dieser Runde lernen und bin alleine gelaufen, um mich zu 100% auf mein Trainingstempo zu konzentrieren. Lediglich mein Hund Lars war dabei, und der ist so viel schneller als ich, daß er sich gerne auf mein Tempo einlässt. Außerdem war ich dieses mal mit meinem Trinkrucksack ausgerüstet, so daß ich auf die Flaschen-Auffüll-Pausen an den Tankstellen verzichten konnte. Da die Strecke ja zu einem großen Teil am Rhein entlang läuft, dachte ich, daß auch Lars immer genug zu Trinken haben würde.
    

Dieses mal bin ich erst sehr spät, so gegen halb zwei gestartet, es hat halt einfach nicht früher geklappt… Egal, der Tag ist lang, das Wetter trotz des Nebels trocken und ich gut drauf: auf geht’s. Es ist eine sehr ruhige Runde geworden, nur Lars hat mich vor ein Problem gestellt: er hat sich partout nicht getraut, aus dem Fluss zu trinken. Ich musste tatsächlich mit ihm bis zu Wasser runter klettern und mich neben ihn hin hocken, damit er sich bis an’s Wasser gewagt hat. Allerdings ist er dann bei jeder größeren Welle zurück gesprungen und hätte mich beinahe selber gebadet. Nach vier Versuchen hatte er es dann aber gecheckt, daß der Rhein harmlos ist und seinen Durst von selber gestillt.

An der Severins-Brücke bin ich unter der Köln-Marathon-Strecke durchgelaufen, und konnte die letzten Finisher kurz vor dem Ziel sehen, auch lustig. Das war aber auch das einzige, was ich an diesem Tag von diesem Groß-Ereignis gesehen habe. Obwohl: es gab ein untrügliches Zeichen, das in der Läufer-Welt etwas im Gange war: ich habe an der kompletten Strecke praktisch keine anderen Jogger gesehen. Wo die wohl alle waren?

Ab der Aachener Straße hat sich leider bei mir wieder die selbe Müdigkeit eingestellt wie schon im vergangenen Jahr. Irgendwie lief es einfach nicht mehr so richtig. Deshalb habe ich die Strecke leicht geändert, und bin über Bocklemünd gelaufen. Das ist zwar nicht kürzer, aber ich bin schneller wieder in mein vertrautes Laufrevier gekommen, so daß ich einen mentalen Vorteil hatte. Das hat geklappt und ich bin nach gut fünf Stunden zu hause angekommen. Einmal Duschen, gut Essen, reichlich die Füße hoch gelegt und ich war fast wieder fit. Als ich dann den Müll rausbringen wollte und meine Schuhe angezogen habe, stand schlagartig mein Hund neben mir und hat sich gefreut, endlich wieder raus zu kommen. Dessen Ausdauer möchte ich haben!