2005 Der Siebengebirgs-Marathon

  

  

   geschrieben Dezember 2005

Das Jahr ist fast zu Ende, Zeit es Revue passieren zu lassen und zu überlegen, was geschafft worden ist, und was fürs nächste Jahr bleibt. Trotz sehr viel beruflichem und privatem Stress habe ich dieses Jahr die angepeilten 1000-Trainings-km fast geschafft. Mit dabei waren drei tolle Läufe über die Marathon-Distanz und mehr. Es ist also Grund zum Zurücklehnen und Zufriedensein.

Wenn nicht mein Freund Markus, mich dieses Jahr sowohl am Brocken, als auch beim Röntgenlauf, so locker überholt hätte. Und wenn er darauf nicht so gnadenlos stolz gewesen wäre. OK, er ist in Troisdorf nicht angetreten, der Punkt geht also an mich, aber trotzdem: diese Scharte wollte dieses Jahr noch ausgemerzt werden.

 

Die ideale Gelegenheit dazu ergab sich beim Siebengebirgs-Marathon, der dieses Jahr am 3.Advent war. Als letzter Marathon der Saison musste ich mich nicht mehr für einen nächsten Lauf schonen und konnte mich so richtig reinhängen (bisherige PB: 4:35). Außerdem ist das Siebengebirge gleich östlich von Bonn, was die Fahrtkosten bezahlbar hält.

Der Start um gnädige 10:00 Uhr war herrlich kalt und klar und sonnig, so um die -2°C schätze ich. Da Jürgen auf den ersten Metern was von 4:15 bis 4:30 sagte, fasste ich einen Entschluss: Ich werde an ihm dran bleiben, bis es wirklich gar nicht mehr geht, und den Rest der Strecke dann schon irgendwie schaffen! Das habe ich dann auch gleich laut gesagt, damit ich a) Markus schocken und b) bei mir selber öffentlich im Wort stehe.

Von Anfang an ging es überwiegend auf sehr gut ausgebauten Waldwegen durch das Siebengebirge. Das heißt übrigens so, weil es eine kleine Mittelgebirgs-Gruppe aus, wer hätte es gedacht, sieben Bergen bildet. Also immer schön sachte rauf und runter. Jürgen kannte die Strecke schon von den Vorjahren und erklärte mir, was es links und rechts des Weges so zu sehen gäbe. So war ich sehr gespannt, als er von einer Raketen-Abschuss-Einrichtung aus dem zweiten Weltkrieg erzählt hat. Die Anlage entpuppte sich aber als ein paar ca. 1,00 Meter hohe, graue Betonsockel die völlig unspektakulär zwischen den Fichten standen.

 

 

  

Ab km 25 wurde es schwerer mit Jürgen Schritt zu halten, vor allem Bergauf ging mir langsam die Puste aus. Doch da wir grade so nett am plaudern waren, hat er ein bisschen Druck von den Sohlen genommen und ist bei mir geblieben. Das war klasse, dann dadurch bin ich selber weiter mit großem Engagement gelaufen, schneller als ich ohne ihn gewesen wäre.
 

Bei km 33 zieht sich der Weg elend lang eine flache Steigung rauf, schnurgerade durch den, an dieser Stelle ur-langweiligen, Monokultur-Wald. Aber wie man weiß: auch der größte Berg muss irgendwann in einem sanften Tal enden. Und so ging es ab km 35 auch wieder flott voran, bis km 40.

Die letzten beiden km sind auf dem Fahrradweg entlang der Bundesstrasse und noch langweiliger als km 33. Um mich zu motivieren sagte Jürgen grade: "...jetzt LAUFEN wir bis zum Ende durch!" als uns ein Zuschauer mit den Worten: "Es GEHT doch!" anfeuern wollte! Wir haben uns klar für Laufen entschieden, obwohl klar war, dass wir meine erhoffte 4:30 nicht mehr schaffen würden. Egal, Hauptsache Spaß gehabt!

Als netter Nebeneffekt ist Markus erst eine ganze Weile später eingetrudelt, so dass ich das Marathon-Jahr 2005 jetzt mit einem salomonischem zwei zu zwei höchst zufrieden abschließen kann.

Zum Abschluss was zur Orga: Anmeldung super; Startunterlagen abholen super; Preis noch im Toleranzbereich; Strecke prima; Verpflegung klasse (sogar den Tee haben sie schön lauwarm gehalten, Danke!) Als einziges Manko, war der Weg zu den Duschen deutlich zu lang. Mir persönlich wäre ein Duschzelt am Ziel lieber gewesen, als das gebotene Hallenbad 15 Minuten Fußmarsch entfernt. OK, vor dem Lauf wären es sicher nur 10 Minuten, aber ich dusche in der Regel erst nach dem Marathon.

Fazit: Schöne Veranstaltung, persönlich sehr zufrieden mit dem Lauf, der Zeit und dem Jahr.