2006 Der Königsforst-Marathon

   geschrieben März 2006

Jeder kennt den Köln-Marathon. Er wird seit 1997 jedes Jahr im Herbst veranstaltet und jeder Kölner Jogger träumt davon einmal mit zu laufen. Allerdings gibt es schon seit ewigen Jahren gleich vor den Toren der Stadt den so genannten Königsforst-Marathon, der diesmal zum 33! ten mal statt fand. Warum der so unbekannt ist? Der Anspruch ist, durch den Zielschluss von 4:30, deutlich höher als beim jüngeren und viel größeren Bruder in der City. Dazu passt, dass im Vorfeld des Marathons sehr engagierte 5 Kilometer, 10 Kilometer und Halbmarathon-Läufe stattfinden.

Eigentlich stand dieser Lauf schon seit langem auf meiner Wunschliste, aber leider war ich bisher immer zu langsam, um hier mit an zu treten.
Heuer war es soweit, ich versuche meine neue Marathon-Bestmarke mit Ansagen auf zu stellen.
Die Strecke besteht aus zwei Runden mit 90% ewig langen und schnurgeraden Forstwegen. Hört sich nicht wirklich spannend an, ist aber schön zu laufen.
 


In der ersten Runde bin ich mit Wilfried gelaufen, mit dem ich im Mai auch auf den Rennsteig will. Wir haben uns super unterhalten und es duftete herrlich nach Wald. Nach all den Tagen mit Frost, war es heute zum ersten mal ein bisschen frühlingshaft. Ich bin also zum ersten mal sein vier Monaten wieder Kurz/Kurz gestartet, hatte aber sicherheitshalber eine dünne Laufjacke um die Hüften gebunden.

Die Uhr zeigt 2:09, als wir zum ersten mal durch den Zielkanal gelaufen sind.
In der zweiten Runde fühlte ich mich etwas frischer als Wilfried und er musste mich ziehen lassen. Ich habe also den mp3-Player aufgesetzt und mich an die Arbeit gemacht. Glücklicherweise ist die Strecke bis auf einige leichte Hügelchen völlig flach und alle paar Km gut mit Verpflegungsstellen bestückt, so dass nichts meinen Eifer hemmen sollte.
Wie gesagt, ich habe eine grässlich langsame Grundgeschwindigkeit und wollte trotzdem heute meine persönliche Bestzeit laufen: es galt mindestens 10 Minuten schneller zu sein als im Dezember beim Siebengebirgs-Marathon. Ok, der hat mehr Steigungen, dafür aber auch mehr Gefälle. So ab Km 35 wurde mir die Strecke dann doch ziemlich lang. Ehrlich gesagt, es wurde der längste Marathon, den ich je gelaufen bin. Die Km wollten einfach nicht vorbei gehen. Außerdem wurde es gegen Abend doch deutlich kühler, so dass ich meine Jacke über gezogen habe.



Endlich kam das ersehnte km 40 Schild und ich konnte befreit zum Endspurt ansetzten. Klasse Gefühl, noch etwas Reserven zu haben! Die Uhr im Ziel zeigte mir erfreuliche 4:22, was zwar absolut gesehen Schnecken-lahm, für mich jedoch relativ schnell ist. Geschafft: neue PB. Außerdem konnte ich zum ersten mal in meinem Leben die Zeit der ersten Hälfte fast auf die Minute genau halten, hatte also keinen Einbruch. Heute meckern meine Beine zwar ganz ordentlich, aber egal: es hat Spaß gemacht!