2016-erft

Geschrieben Februar 2016

 

Feiern sind doch am bequemsten, wenn sie jemand anders für mich organisiert. Zur Feier meines Geburtstags hatte Tobi die gute Idee, die Erft von Euskirchen bis zur Mündung zu laufen. Sogar die passende Zugverbindung hat er schon raus gesucht. Komisch, dass da keiner mit feiern wollte.

 

Aber ich habe auch alleine eine tolle Party gehabt. Der Wetterbericht hatte richtiges Sauwetter angekündigt und ich war auf eine Solo-Tour eingerichtet, deshalb war mein Rucksack voll mit Klamotten, Essen, Trinken, etc. etc. Falls es abends sehr spät werden sollte, hatte ich sogar eine Stirnlampe mit eingepackt, die allerdings ganz unten lag.

 

Ich steige also um kurz vor sieben in Euskirchen aus dem Zug und kann noch ein paar verirrten Schneeflocken zuschauen. Ein Thermometer sagt 2°C. Vor allem ist es noch stockdunkel, so dass ich als erstes die Stirnlampe von unten raus krame.
 

 

Die Schneeflöckchen verschwinden und ein grauer Tag bricht an. Ich bin im Erftlauf. In meinem Tempo, in meinem Tag. Der Weg ist flach, total eintönig und überwiegend asphaltiert: das perfekte TTdR-Training also. Gut ausgesucht von Tobi, genau das, was ich gesucht habe.

 

Tatsächlich kann ich hier wirklich auch mentales Training machen, denn die Erft sieht von Euskirchen bis zur Mündung genau gleich aus. Sogar die Orte, durch die ich ab und zu komme, sehen alle gleich aus. Es ist durchaus schön, im Februar zwar grau, aber trotzdem schön. Im Sommer ist dieser Weg sicher ein wunderbares Paradies in grün. Aber immer das gleiche grüne Paradies für 90km. Training eben.

 

 

Meine erste Pause mache ich nach der Marathon-Distanz in „Quadrath Ichendorf“. Der Netto-Mark hat alles, was ein VP braucht. Als Geburtstagskuchen gönne ich mir ein YES-Torty zu den Gummibächen.

 

Das Wetter ist nicht mal schlecht, tatsächlich kriege ich erst jetzt, nach gut fünf Stunden, meinen ersten richtigen Guss ab. Später wird der Himmel sogar noch mal hellgrau. Und zu meiner großen Freude klingelt auch noch Tobi und bietet an, mir einen weiteren VP zu machen. Klar nehme ich das Angebot an! Und er kommt zu km 70 mit warmem Kaffee in genau der richtigen Trink-Temperatur!! Herrlich.

 

 

Die letzten 15 Kilometer ziehen sich dann doch noch lang. Der vom Wetterbericht versprochene Regen kommt und irgendwie bin ich doch nicht mehr so frisch wie am Start. Vor allem bin ich das Laufen mit Rucksack nicht mehr gewohnt, so dass Rücken und Schultern sich beschweren. Aber das hält mich natürlich nicht mehr auf.

 

Im Kaffee an der Mündung habe ich mich trocken angezogen und ein bisschen aufgewärmt, bis ich dann mit dem Taxi zum Bahnhof Neuss gefahren bin.

 

 

Fazit: genau dass Geschenk, was ich machen wollte!